Als Başakşehir in der 10. Minute nur noch zu zehnt spielte, schien die Lage theoretisch einfacher. Doch Fußball ist keine Theorie; auf dem Platz erlebten wir einen von Nuri Şahin ausgearbeiteten Plan, auch bekannt als „Widerstandstechnik“. Başakşehirs Fähigkeit, trotz Unterzahl so kompakt zu stehen und das Spiel souverän zu kontrollieren, bewies eindrucksvoll, dass die Anzahl der Spieler im Fußball nicht alles ist. Angesichts dessen, was Beşiktaş im Spiel gegen Fenerbahçe erlebte, als sie nach einer 2:0-Führung plötzlich nur noch zu zehnt spielten, ist dies eine bemerkenswerte Leistung.

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Spielplan Trabzonspor Spiele .

Trabzonspor setzte die Gäste zwar bis zur 100. Minute unter Druck, konnte aber keine dauerhafte Dominanz aufbauen. Den Führungstreffer erzielte Muçi mit einem Weitschuss, der eigentlich in der Luft hätte kontrolliert werden müssen. Ironischerweise würden wir uns jetzt fragen: „Warum hat er die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt und diesen bizarren Schuss von der Strafraumgrenze versucht?“ Manchmal kann im Fußball ein 30-Meter-Schuss eine zweiwöchige Diskussion beenden.

Nun zu Başakşehir… Wir hatten fast vergessen, dass sie nur noch zu zehnt spielten. Nuri Şahin war gegen Trabzonspor sichtlich besonders motiviert – die wissenschaftliche Erklärung dafür bleibt jedoch aus. Er hat sich die Glückwünsche verdient; der Spielplan war gelungen. Sein übertriebener Jubel nach dem Ausgleichstreffer ließ ihn allerdings eher wie einen Spieler wirken, der in letzter Minute ein Tor erzielt hat, als wie einen Trainer. Ich wünschte, die Kameras hätten ihn nach Muçis fulminantem Schuss wieder eingefangen; aus reiner Neugier hätten wir gern seine Reaktion gesehen.

Auf der Trabzonspor-Seite sind Lob und Fragen eng miteinander verwoben.
Der Trainer sagte nach dem Spiel: „Wir müssen uns mit unserer Situation auseinandersetzen, aber wir bekommen nicht genügend Unterstützung.“ Aus Tabellensicht hat er Recht; das lässt sich nicht bestreiten. Doch analytisch betrachtet, gibt es Fragen, die beantwortet werden müssen:

— Was ist die technische Begründung dafür, dass man auf Okay in der Innenverteidigung besteht?
Gibt es einen plausiblen Grund dafür, dass Sikan keine Spielzeit erhalten hat?
— Warum können sie nicht einmal ein einziges korrektes Kreuz nach Onuachu schicken?

Ja, nach dem Tor in der 90. Minute wurden diese Fragen natürlich beiseitegeschoben, aber denken wir daran: Wäre das Tor nicht gefallen, würden wir heute über eine ganz andere Situation sprechen. Der Sieg ist das beste Make-up; er kann einige Schwächen kaschieren, aber er beseitigt sie nicht.

Andererseits muss man auch Anerkennung zollen, wo sie angebracht ist.
Trabzonspor, die letztes Jahr nicht einmal auswärts gewinnen konnten, sind nun seit acht Spielen ungeschlagen. Wäre da nicht das berüchtigte Schiedsrichter-Fiasko im Auswärtsspiel gegen Fenerbahçe gewesen, würden wir sogar von einer makellosen Bilanz sprechen. Der Fortschritt ist also real, nachhaltig und messbar. Daher sollte Kritik auch sachlich formuliert werden, denn es handelt sich um ein laufendes Projekt. Wir sollten diese Mannschaft und das Trainerteam nicht unter dem Druck der Erwartungen erdrücken, die aufgrund ihres eigenen Erfolgs entstanden sind.

Der allgemeine Rahmen sieht wie folgt aus:
Trabzonspor hat die Erwartungen zu Saisonbeginn übertroffen, aber der Weg ist noch lang. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht das Trainerteam ausreichend Freiraum und die Mannschaft mehr Geduld. Ja, wir sind von Natur aus ungeduldig; wir wollen sofort Erfolge sehen. Doch manchmal ist Geduld eine ebenso wertvolle Investition wie ein Transfer.

Und abschließend:
Die Verpflichtungen von Pina, Batagov, Folcarelli und sogar Oulai und Felipe (auch wenn die Investitionskosten fragwürdig sind) zeigen, dass der Verein endlich ein solides Scouting- und Entwicklungsmodell entwickelt hat. Sollten im Transferfenster zur Saisonmitte noch zwei bis drei weitere Spieler mit dieser Strategie verpflichtet werden, könnte sich das Spielgeschehen in der zweiten Saisonhälfte deutlich verändern.